Frauen, Trans- und Interpersonen haben in der Geschichte Beeindruckendes geleistet. Erzählt werden aber meist nur die Geschichten von Cis-Männern – zum Beispiel über die Ehrung in Form von Straßennahmen. Auch die Straßen Berlins sind zum Großteil nach Cis-Männern benannt. Einige von ihnen waren dabei schlimme Kolonialverbrecher.

Am heutigen 8. März – dem internationalen FrauenTransInter-Kampftag – nehmen wir uns die Straße zurück!

Wer war Harriet Tubman?

Harriet Tubman wurde 1822 im Süden der USA in die Sklaverei hineingeboren. 1849 entfloh sie der Sklaverei und rettete sich in den Norden des Landes. In 13 Missionen kehrte sie zurück in den Süden und verhalf zahlreichen versklavten Menschen zur Flucht. Dabei führte sie sie über ein System aus sicheren Häusern in die Freiheit. 1863 führte sie als erste Frau die Truppen der „Union Army“ an und befreite in einer gezielten Operation mehr als 700 Menschen aus der Sklaverei am Combahee River. In späteren Jahren engagierte sie sich darüber hinaus aktiv in der aufkommenden Frauen*bewegung.

Wer war Sista Mimi?

Miriam, bekannt als „Sista Mimi“, kam 1997 im Alter von 17 Jahren nach Deutschland. Sie entschied sich zu diesem Schritt, weil sie als Frau in Kenia keine Chance auf Selbstverwirklichung gesehen hatte. Ihr Leben in Deutschland war ein steter Kampf mit Behörden, die ihr ohne deutschen Ehemann oder Kinder keine Aufenthaltserlaubnis geben wollten. Doch Sista Mimi gab nie auf: Sie lerne auf eigene Faust Deutsch, wurde Altenpflegerin, Djane und eine zentrale Figur der Berliner Refugee-Proteste rund um den Kreuzberger Oranienplatz. 2012 schloss sie sich den Kämpfen der Geflüchteten an, die zuerst den „OPlatz“, später dann eine leerstehende Schule in der Ohlauer Straße besetzten. Auf Demonstrationen war sie es, die mit dem Megaphon in der Hand forderte, was allen Menschen zustehen sollte: Freiheit zu leben, Freiheit, sich global zu bewegen, Recht auf Wohnraum und auf freie Entfaltung. 2014 starb Sista Mimi mit nur 36 Jahren in Berlin.