Am 20. Januar, dem Tag der Amtseinführung von Donald Trump, ruft das Bündnis „Women Strike!“ in den USA zu einem Streik von Frauen*, Mädchen*, Trans-Personen und Personen mit nicht-binären Geschlechtsidentitäten auf. Bestreikt werden sollen alle „weiblich“ konnotierte Arbeiten und Tätigkeiten, von bezahlten Jobs, emotionaler Gefühlsarbeit, Kinderbetreuung, Hausarbeiten wie Kochen, Windeln wechseln, Wäsche waschen, Putzen, Geschirr spülen oder andere Erledigungen und Einkäufe, bis hin zum Tragen von Make-Up, Flirten, Beine rasieren und vorgetäuschtem Lächeln. Es soll deutlich gemacht werden, dass diese größtenteils schlecht oder unbezahlten Arbeiten und Tätigkeiten, die teilweise abnehmende oder gestrichene staatliche Sozial- und Gesundheitsleistungen ausgleichen, keineswegs als selbstverständlich angenommen werden können. Während die Gründe hierfür schon lange vor der Amtszeit Trumps zu finden sind, bedeutet seine Wahl zum Präsidenten der USA eine konkrete Verschärfung und Verschlechterung der Situation für diejenigen, die nicht privilegiert, weiß und männlich sind. Gleichzeitig zeigt Trump durch seine regelmäßigen Beleidigungen und Anfeindungen von Frauen* und LGBTI* sowie seine rassistischen Äußerungen, dass er keinerlei Respekt für den Großteil der Menschen in den USA hat. Wir zeigen uns solidarisch mit dem „Women Strike“ in den USA!

Dabei haben wir nicht allein die besorgniserregenden Entwicklungen in den USA im Blick. Nicht nur Trump missachtet und beleidigt Frauen*, Personen, die sich nicht in der binären Logik von Mann-Frau wiederfinden und nicht-weiße Personen. Auch in Deutschland sind solche Positionen quer durch die Parteilandschaft und insbesondere in der AfD und CDU/CSU stark verbreitet. Auch wir nehmen dies als eine Bedrohung unserer körperlichen, rechtlichen und individuellen Freiheiten wahr. Deshalb wollen wir uns am 20. Januar 2017 dem Streik anschließen. Wir wollen deutlich machen, dass all die Arbeit, die jeden Tag unbezahlt und überwiegend von Personen geleistet wird, die sexistisch, rassistisch, ableistisch oder sozial diskriminiert sind, eine angemessene soziale und finanzielle Anerkennung und ausreichende Sicherung ihrer Rechte brauchen!
Die Forderungen des Streiks sind:
– Ein Ende rassistischer und sexualisierter Gewalt und Belästigungen und alle Formen von Diskriminierungen
– Reproduktive Freiheit und unbegrenzter und zwangfreier Zugang zu Verhütung, Abtreibungen und reproduktiven Rechten
– Eine Gesundheitsversorgung für alle
– Mindestlohn für alle Arbeitenden, ohne Ausnahmen
– Schutz und Ausweitung von Sozialhilfe
– kostenlose Kinderbetreuung und bezahlte Elternzeit
– R-E-S-P-E-K-T!