Sarah und Angelina Grimké

„Wir haben durch unser Frausein großen Anstoß erregt, es scheint genauso unerwünscht wie unser Kampf gegen die Sklaverei. Das ganze Land diskutiert jetzt die Frauenfrage, und darüber bin ich froh. Wir sind bereit, dem Sturm zu trotzen, wenn wir dadurch eine Bresche in die Mauer der öffentlichen Meinung schlagen können, die den Weg zu Frauenrechten, wirklicher Würde, Ehre und Nützlichkeit versperrt.“ (Angelina Grimké 1837)

Sarah und Angelina Grimké

 

Sarah (1792-1873) und Angelina (1805-1879) Grimké waren US-amerikanische Feministinnen sowie Pionierinnen der Bewegung gegen die Sklaverei und unter den ersten, die den Zusammenhang zwischen der Unterdrückung der Frau und der Versklavung Schwarzer Menschen im patriarchalischen System erkannten. Trotz ihrer Herkunft aus „gutem Hause“ stellten sie sich bereits in jungem Alter gegen die damals selbstverständliche Sklaverei und versuchten, sowohl ihrem Dienstpersonal als auch sich selbst so viel Bildung wie möglich anzueignen, obwohl Frauen damals ein Studium an einer Universität verwehrt war.
Nach dem Tod ihres konservativen Vaters zog Sarah im Jahr 1820 alleine nach Philadelphia, wohin ihr ihre Schwester Angelina 1829 folgte. Angelina fing sehr früh an, sich als Abolitionistin zu positionieren und sich durch Vorträge und Lektüre weiter mit der Thematik auseinanderzusetzen. Obwohl sie stark kritisiert wurde, stand sie öffentlich zu ihrer Überzeugung. 1836 schrieb sie das Pamphlet An Appeal to the Christian Women of the South, in dem sie die Frauen in den sklavenhaltenden Bundesstaaten aufrief, gegen das ihrer Meinung nach unchristliche System zu protestieren. In der Folge wurde Angelina von ihrer Familie und ihrer Gemeinde entfremdet und aus der Stadt Charleston verbannt.
Als nunmehr aktives Mitglied der American Women Against Slavery ging sie jedoch bestimmt ihren Weg und verfasste 1837 einen Aufruf an die Frauen in den sogenannten „freien Staaten”, ihre eigene Mitverantwortung zuzugeben und selbst gegen dieses System anzukämpfen. Darüber hinaus traten Sarah und Angelina immer öfter vor großen Gruppen von Frauen* und auch Männern* auf, um über ihre Ansichten bezüglich der grausamen Sklaverei zu sprechen.
Besonders Angelina hatte die Gabe, das Publikum zu begeistern und von ihrer Sache zu überzeugen. Nachdem sie 1837 von christlichen Geistlichen als unweiblich und moralisch verkommen diffamiert wurden, verfasste Sarah 1838 die Briefe Die Gleichheit der Geschlechter und die Lage der Frauen, in denen sie maßgebliche Forderungen der heutigen Frauen*bewegung bereits vorwegnahm. Auch spätere Feministinnen bezogen sich immer wieder auf diese Briefe.
Auch Angelina hatte schon 1837 in öffentlichen Briefen verlangt, dass Frauen diejenigen Gesetze, unter denen sie leben müssen, mitbestimmen dürfen. 1837 sprach sie ebenfalls als erste Frau vor einer gesetzgebenden Versammlung und legte dem Landtag von Massachusetts eine Petition mit 20 000 Unterschriften von Frauen gegen die Sklaverei vor. Auch im Alter engagierten sich die beiden Schwestern weiter für die Rechte der Frauen und versuchten zum Beispiel 1870, das reine Männer-Stimmrecht anzugreifen und zur Verhandlung zu bringen.

Hier könnt ihr den Flyer herunterladgrimkeen und Frauen*geschichte sichtbar machen:

Sarah und Angelina Grimké

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