Irmgard Konrad

Irmgard Konrad

Irmgard Konrad (1915 – 2003) engagierte sich bereits als Jugendliche politisch und leistete von Anfang an aktiv Widerstand gegen das NS-Regime. 1933 wurde der Sozialistische Jugendverband (SJV), dem auch Irmgard Konrad angehörte, verboten. Ihre politische Arbeit stellte Irmgard Konrad jedoch nicht ein. Neben der illegal weiterlaufenden Tätigkeit beim SJV begann sie außerdem, sich in der Roten Hilfe zu engagieren; dort sammelte sie beispielsweise Spenden für von den Nazis Inhaftierte und deren Angehörige (vgl. Hunger 2012, S.141). Als engagierte Sozialistin und Tochter eines jüdischen Maschinenschlossers befand ich Irmgard Konrad in doppelter Gefahr, aber auch diese zweifache Gefährdung hinderte sie nicht daran sich, am politischen Widerstand zu beteiligen (vgl. Hunger 2012, S.146).

Irmgard Konrad war vor allem für die Kommunikation zwischen weiteren Gegner*innen der Nazis zuständig. Sie arbeitete in einer Bibliothek, die Anlaufstelle vieler Widerstandskämpfer*innen war. So übermittelte sie heimlich Nachrichten und Informationen (vgl. ebd.). Aufgrund dieser Tätigkeit wurde sie acht Monate nach der Machtübernahme durch die Nazis das erste Mal verhaftet (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2005; vgl. Hunger 2012, S.146). Sie wurde zwar wieder frei gelassen, jedoch folgten kurz danach weitere Vorladungen und Verhaftungen (vgl. Hunger 2012, S.146ff.). Auch wenn dies schließlich zur Folge hatte, dass sie ihre Anstellung verlor, hörte sie auch jetzt nicht auf, sich politisch zu engagieren. Für Irmgard Konrad stellte Aufgeben keine Alternative dar (vgl. Hunger 2012, S.149f). Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde ihr Leben immer bedrohter, wodurch auch die politische Arbeit immer gefährlicher wurde (vgl. Hunger 2012, S. 152f.). Nachdem sie 1941 Zwangsarbeit ableisten musste, folgte 1942, aufgrund ihrer Herkunft sowie ihrer politischen Tätigkeiten die Deportation nach Auschwitz.

Auf der Fahrt nach Auschwitz entschloss sie sich trotz des Risikos entdeckt zu werden, ihren Stern abzumachen. Dadurch kam sie nicht in den Block der jüdischen Gefangenen, sondern in den für politische Gefangene. Vielleicht war es diese mutige Aktion, die ihr das Leben rettete (vgl. Hunger 2012, S.153f.). Von Auschwitz wurde sie 1943 nach Ravensbrück verlegt (vgl. ebd.). Dort musste sie Zwangsarbeit für Siemens leisten (vgl. Bundeszentrale für politische Forschung 2005). Die Befreiung erfolgte, als Irmgard Konrad sich auf dem sogenannten „Todesmarsch“ befand (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2005). Doch Irmgard Konrad überlebte und engagierte sich auch nach dem Krieg noch politisch. Vor allem die Aufklärung von Jugendlichen über die Verbrechen der Nazis lag ihr am Herzen (vgl. Hunger 2012, S.158f.). So besuchte sie oft Schulklassen, um von ihren Erlebnissen zu berichten, veröffentlichte Artikel und engagierte sich zum Beispiel bei der „Lagergemeinschaft Ravensbrück Freundeskreis e.V.“ (vgl. Michaelis 2013, S.259f.).

Irmgard Konrad, eine Frau die ihr Leben lang großen Mut und Engagement gezeigt hat!

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Irmgard Konrad

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Quellen :

Bundeszentrale für politische Bildung (2005) : Ravensbrück-Überlebende erzählen. „Ich weiß nicht, wie viel Tausende Frauen wir waren.“ Online abrufbar unter: http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/ravensbrueck/60646/irmgard-konrad (zuletzt aufgerufen am 04.08.2017).

Hunger, Anne (2012) : Der Weg einer Breslauer Antifaschistin. In Erinnerung an Irmgard Konrad 1915 bis 2003. In: Domaschke, Cornelia; Fuchs-Frotscher, Daniela; Wehner, Günter (Hrsg.). Widerstand und Heimatverlust. Deutsche Antifaschisten in Schlesien. Berlin : Rosa-Luxemburg-Stiftung, Karl Dietz Verlag Berlin, S.138-160. Online abrufbar unter: https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Publ-Texte/Texte_73.pdf (zuletzt aufgerufen am 04.08.2017).

Michaelis, Andree (2013) : Erzählräume nach Ausschwitz. Literarische und videographierte Zeugnisse von Überlebenden der Shoah. Berlin : De Gruyter Berlin.

Bildquelle: https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Publ-Texte/Texte_73.pdf ,S.159.