FICKO wird neun und feiert das mit Podium und Party. Ante von Feminism Unlimited legt auf und wurde im Vorhinein von FICKO zum Projekt und ihrem Engagement interviewt. Den vollen Beitrag findet ihr hier: http://ficko-magazin.de/ficko-wird-neun-ein-gespraech-mit-ante/ 

Hier das Interview:

Du bist Teil von Feminism Unlimited, das klingt nach einer ganz ähnlichen Idee wie die Gesellschaft der Vielen. Auch auf eurer Website geht es um viele verschiedenen Themen unter dem Banner des Feminismus. Was sind eure Ziele und wie geht ihr sie an?

Ein Ziel von Feminism Unlimited ist es, den vielen verschiedenen (queer)feministischen und antirassistischen Gruppen und Zusammenhängen, die es in Berlin und anderen Städten gibt, eine gemeinsame Plattform zu bieten, auf der eigene Projekte, Texte, Videos und Aktionen veröffentlicht werden können, aber auf der auch solidarische Diskussionen zu verschiedenen Themen entstehen können. Wir möchten damit bestehenden Projekten mehr Sichtbarkeit verschaffen, Gruppen und Einzelpersonen stärker miteinander vernetzen und damit auch eine gemeinsame Schlagkraft gegen die Neue Rechte schaffen. Denn, und das ist uns besonders wichtig, unser (Queer)Feminismus ist grenzenlos, solidarisch und immer auch antirassistisch!
Wir haben offene Treffen veranstaltet, auf denen sich Leute miteinander vernetzen konnten und gemeinsame Projekte gestartet haben. So haben sich beispielsweise Lesekreise oder eine Aktions AG gegründet, die zuletzt zum Frauen*kampftag Biographien von Frauen* auf der Website veröffentlicht hat, die in einer patriachalen Geschichtsschreibung wenig bis keine Aufmerksamkeit bekommen haben.
Was wir uns noch wünschen würden ist, dass sich mehr bereits bestehende Gruppen am Projekt Feminism Unlimited beteiligen. Ob das klappt, wird sich mit der Zeit zeigen.

Ah, ihr wart das! Ich habe am 8. März am Hermannplatz die Biografie von Rosalind Franklin gesehen und mich über die Idee gefreut. Ihr adressiert damit ja Leute außerhalb einer Szene, was uns auch besonders wichtig ist. Kannst du dazu noch mehr sagen? Melden sich Leute, bekommt ihr die Wirkung mit, seit wann läuft es?

Gruppen und Personen aus verschiedenen Kontexten (auch außerhalb der linksradikalen Szene) zusammenzubringen war von Anfang an eines der zentralen Ziele des Projekts. Und ein Angebot zu schaffen, von dem sich auch Leute angesprochen fühlen, die nicht organisiert sind, war uns auch wichtig. Die offenen Treffen waren in der Hinsicht ein großer Erfolg.
Über Social Media oder per Mail bekommen wir immer mal wieder positives Feedback oder Anfragen, ob und wie man sich beteiligen kann. Das ist super!
Was bisher noch nicht so gut geklappt hat bzw. was wir uns noch wünschen ist, dass sich mehr bereits bestehende Gruppen und Zusammenhänge aus verschiedenen Bereichen beteiligen und ihre eigenen Aktionen, Projekte, Texte und Videos auf der Plattform veröffentlichen. Ob das noch klappt, wird sich zeigen.

Was war dein erster Lieblingskuchen?

Am liebsten esse ich Kuchen, der viel Schokolade und keine Nüsse enthält – gegen die bin ich allergisch. Das war schon immer so.

Was hat dich zum Auflegen gebracht, was gefällt dir am meisten und was sollte sich dringend ändern, damit du für immer Bock hast?

Das erste Mal hab ich mit einer Freundin zusammen auf einem Geburtstag aufgelegt und seit dem hab ich immer mal wieder auf Soli-Partys gespielt. Für mich ist dabei wichtig, dass es nicht darum geht, super professionell auflegen zu können, sondern Spaß an der Sache zu haben – dann hab ich da auch Bock drauf :). Und klar ist, dass ich lieber an Orten auflege und feiere, an denen über patriarchale und sexistische Verhältnisse in der Musikszene reflektiert wird und Räume für queere und female* Artists geschaffen werden.

Ich glaube zu wissen, warum das so ist, aber wir haben ja den Anspruch, nach außen zu adressieren, daher möchte ich dich noch bitten, das zu begründen. Gerade im Hinblick auf die Gesellschaft der Vielen, die auch in Machtpositionen die reale Vielfalt der Menschen abbilden soll.

Damit meine ich, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass Männer nunmal die besseren DJ’s seien, nur weil sie den größeren Anteil der auflegenden Menschen in Berlin darstellen. Das ist das Ergebnis patriarchaler Machtstrukturen und auch in der Club- oder Musikszene muss darüber reflektiert werden. Das kann z.B. dadurch geschehen, dass man als Veranstalter*in darauf achtet, dass das Geschlechterverhältnis der DJ’s auf einer Party ausgeglichen ist.