Veranstaltungswoche zum feministischen Kampftag in Darmstadt. Mit Workshops, Vorträgen und Vernetzungsangeboten gegen das Patriachart. Am 8.März gemeinsam auf die Straße. 

 

Workshop: Es bleibt unbequem. Feminismus und Männlichkeit.
Sonntag 4.3.|14:00-18:00
Ort: Hochschule Darmstadt, Gebäude C10, Raum 03.32 (barrierefrei)
Veranstalter*in: Bündnis feministischer Kampftag

Patriarchat abschaffen, das wollen wir alle. Dabei stehen wir oft an unterschiedlichen Positionen. Für viele geht es darum, mehr Raum zu bekommen, gehört zu werden und endlich selbstbestimmt leben und lieben zu können. Für Cis-Männer hingegen bedeutet das, dass sie sich verändern müssen und das ist nicht einfach: Bei sexistischer Scheiße nicht wegschauen. Zurückhaltender sprechen. Kritik annehmen und Fehler einsehen. Aber auch lernen, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und sich von Stereotypen zu befreien. Also, das was Feminismus ermöglichen kann. Wie können Cis-Männer solidarisch mit feministischen Kämpfen sein? Wie können wir Männlichkeiten konkret reflektieren und Wege hinaus finden? Und was bedeutet eigentlich Männlichkeit? Zusammen wollen wir unbequeme und solidarische Antworten suchen. Kommt vorbei, mit oder ohne Vorwissen. All genders welcome.

Facebook-Event:  https://www.facebook.com/events/157330504927434/

 

FLTI* Abend
Montag 5.3. | ab 18:00
Ort: Oetinger Villa
Veranstalter*in: DaQueerFem*

Der FLTI* Abend findet jeden 1., 3. und 5. Montag im Monat zwischen 18 und 21 Uhr statt.
Wir möchten euch wärmstens zu unserem FrauenLesbenTransInter* Abend einladen. Jeden Zweiten Montag wird dieser nun in Darmstadt angeboten.
Wir wollen einen entspannten Abend gestalten, der ausnahmsweise frei ist von cis-Männern. Wir wollen ermöglichen, dass FLTI*-Personen einen Abend erleben können, der möglichst diskriminierungsarm und mit Solidariät genossen werden kann. Denn bei fast allen anderen Veranstaltungen oder Polit-Treffen herrscht eine Mehrheit an Cis-Männern. Durch deren Dominanz und sexistischem Verhalten werden häufig FLTI*-Personen und deren Themen ausgeschlossen.

Was wird gemacht?
Wie wir gemeinsam den Abend gestalten, ist völlig offen: Einfach rumhängen, Bier oder Limo trinken, entspannt quatschen bis hin zu intensiven Gesprächen oder politischer Organisierung. Die Getränke sind günstig, aber es muss nichts gekauft werden. Der Zugang zur Villa ist aber leider nicht Rollstuhlgerecht.
Sag anderen Personen bescheid, bei denen du denkst, sie könnten Interesse daran haben, auch wenn es für dich selbst kein Raum sein sollte.

Was sind cis-Männer?
Unter dem Begriff cis werden Personen verstanden, die mit ihrem bei Geburt zugewiesenem Geschlecht zufrieden sind. Damit ist cis der Gegenbegriff von Trans*.

 

Workshop: Wie kann ich mit trans*Menschen solidarisch umgehen?
Dienstag 6.3. | 18:00-21:00
Ort: Hochschule Darmstadt Gebäude: C10 Raum: 03.32 (barrierefrei)
Veranstalter*in: Bündnis feministischer Kampftag

Im Workshop zu trans*Verbündetenschaft wollen wir erarbeiten, wie in einer heteronormativen Gesellschaft Normen konstruiert werden und Diskriminierungsmechanismen funktionieren. Wir wollen eine trans*inklusive Sprache erlernen, über die Lebensrealitäten von trans* und interMenschen sprechen und das Kozept der Verbündetenschaftkennen lernen. Wie können trans*Menschen solidarisch unterstützt werden?

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/164571874187103/

 

Übelst feministischer Kneipenabend
Mittwoch 7.3.: | ab 21:00
Ort: Oetinger Villa
Veranstalter*in: Bündnis feministischer Kampftag

In der Woche um den feministischen Kampftag gestalten wir den antifaschistischen Kneipenabend übelst feministisch. Wir wollen uns bei Musik und netter Gesellschaft vernetzten, diskutieren und uns austauschen. Außerdem ist es auch der letzte Tag vor der feministischen Nachttanzdemo und wir wollen Banner malen und was uns sonst noch so an Utensilien für die Demo einfällt. Ihr könnt gerne eigene Getränke mitbringen oder auf das Angebot der Villa zurückgreifen. All genders welcome.

Facebook-Event:  https://www.facebook.com/events/1654109501294980/

 

Feministische Nachttanzdemo
Donnerstag 8.3.: | 18:00
Ort: Luisenplatz
Veranstalter*in: Bündnis feministischer Kampftag

 

Jeder Tag ist feministischer Kampftag.

Am 8. März gehen wir zusammen auf die Straße, um die Kämpfe von Frauen*, Lesben, trans* und inter*Personen (FLTI*) international sichtbar zu machen und weiter gegen unsere Unterdrückung anzukämpfen. Dabei verbinden wir unseren Feminismus mit den Kämpfen gegen andere Diskriminierungen wie Rassismus, Homofeindlichkeit, Klassismus, Antisemitismus, Behindertenfeindlichkeit, Antiziganismus oder Trans*feindlichkeit.

Im weltweiten Kampf gegen die Unterdrückung von FLTI* und im Kampf gegen das Patriarchat haben wir schon einiges erreicht. Feminist*innen setzten sich für die Gleichheit vor dem Gesetz, den Zugang zu Bildung und Beruf, für Selbstbestimmung über den eigenen Körper und die eigene Sexualität ein. So wurde in Deutschland vor 100 Jahren durch diese Kämpfe das Frauen*Wahlrecht durchgesetzt.

Doch trotz all dieser Errungenschaften lässt sich die ungleiche Verteilung von Ressourcen, Macht und Teilhabe weiterhin zwischen den Geschlechtern ausmachen.

Unser Feminismus geht weiter…

…denn noch immer sind FLTI* besonderen Gewaltverhältnissen ausgesetzt!

Gewalt gegen FLTI* hat viele Gesichter. Eine Grundlage dafür ist der Sexismus in unserer Gesellschaft. Sexismus teilt die Menschen in Männer und Frauen und weist ihnen jeweilige Rollen zu. Alle Menschen müssen sich dieser Einteilung fügen.

An Hand dieser Rollenbilder werden FLTI* zu sexuellen Objekten gemacht, ihnen Intelligenz oder Fähigkeiten abgesprochen und emotionale Arbeit (Erziehung, Pflege usw.) als ihr Naturell dargestellt. Durch sexistische Werbung, Fernsehsendungen, Schulbücher und Zeitschriften werden diese Rollenbilder fortwährend reproduziert (wiederholt). Gleichzeitig werden in den Medien Schwarze Menschen, People of Color, Menschen mit Behinderung, trans* und inter* Personen und Homosexuelle kaum gezeigt.

Darüber hinaus ist Sexismus auch die Grundlage für die Misshandlung von FLTI* im Krieg oder auf der Flucht. Sexualisierte Gewalt wird systematisch als Mittel der Unterwerfung eingesetzt. Doch nicht nur im Krieg erfahren FLTI* sexualisierte Gewalt. Die meisten sexualisierten Übergriffe finden nach wie vor zwischen Menschen statt, die sich persönlich kennen und die in einem hierarchischen Verhältnis zueinander stehen. Diese Gewalt ist kein Import. Häusliche und psychische Gewalt gegen FLTI* sind Teile des patriarchalen Systems auch in Deutschland. Versuche, Sexismus oder sexualisierte Gewalt als Problem darzustellen, welches Geflüchtete mitgebracht hätten, sind nichts anderes als Rassismus.

… denn noch immer gibt es Ausbeutung, soziale Ungleichheit und geschlechtliche Arbeitsteilung!

Die unbezahlte Sorgearbeit (Erziehung, Pflege, Haushalt usw.) wird zum großen Teil von Frauen* ausgeführt. Obwohl diese Reproduktionsarbeit die Basis der Gesellschaft ist, findet sie keine Anerkennung. Selbst Berufe in der Pflege, die zum größten Teil von Frauen* und häufig Migrant*innen ausgeführt werden, werden nicht wertgeschätzt und schlecht bezahlt. Im Neoliberalismus spitzt sich diese Situation weiter zu.

Auch bei gleicher Arbeit verdienen FLTI* im Schnitt weniger als Männer, selbst bei gleicher Qualifikation. Für trans* und inter*Personen ist es darüber hinaus besonders schwer einen Job zu finden, da sie auch auf dem Arbeitsmarkt Diskriminierung ausgesetzt sind.

denn noch immer gibt es kein Recht auf die Wahl des eigenen Geschlechts!

In Deutschland erhalten alle Menschen kurz nach ihrer Geburt einen Eintrag zu ihrem Geschlecht. Bislang gab es nur die Wahl zwischen entweder weiblich oder männlich. 2018 soll sich dies ändern und eine weitere Auswahlmöglichkeit für inter*Personen eingeführt werden. Inter*Personen sind Menschen, die sich biologisch nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zuordnen lassen.

Noch immer werden trans* und inter*Personen diskriminiert und erleiden Gewalt und Unterdrückung. Dies geht sowohl von der Gesellschaft, als auch vom Staat aus. Der staatliche Zwang zu einem dieser zwei Geschlechter bedeutet für viele trans* und inter*Personen kostspielige und zeitaufwendige Therapien oder nicht lebensnotwendige OPs (bei inter*Kindern zur sogenannten Geschlechtsangleichung auch gegen ihren Willen).

denn noch immer gibt es keine sexuelle und körperliche Selbstbestimmung!

Sexualität wird kapitalistisch vermarktet und gleichzeitig tabuisiert – nackte Körper werben an jeder Ecke und gleichzeitig kennen viele kaum ihren eigenen Körper. Die eigene Lust, aber auch die eigenen Grenzen kennenzulernen, ist unter diesen Umständen verdammt schwer. Viel zu oft werden Grenzen durch Sprüche oder gar übergriffiges Verhalten verletzt. Diese Grenzverletzungen sind nur zum Teil strafbar. Die juristische Parole „im Zweifel für den Angeklagten“ bedeutet viel zu oft eine Entscheidung gegen die Kläger*in – also gegen die Opfer oder Überlebenden von sexualisierter Gewalt. Selbst feministische Hilfevereine raten aus diesem Grund oftmals vom juristischen Weg ab.

Und auch beim Schwangerschaftsabbruch steht das Gesetz nicht auf der Seite von FLTI*. Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland durch den Paragrafen 218 im Strafgesetzbuch (StGB) noch immer eine Straftat, wenn auch unter Umständen eine straffreie. Obwohl Schwangerschaft nur den Körper der Schwangeren betrifft und auch die Erziehung und Pflege der Kinder noch immer keine gesellschaftlich geteilte Angelegenheit ist, dürfen Schwangere nicht selbst über ihren Körper bestimmen und entscheiden, ob und wie sie ihr Kind bekommen wollen. Ärzt*innen ist es über dies laut Paragraf 219a StGB nicht erlaubt, über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren.

Feminism unlimited! Smash patriarchy!

Am 8. März gehen wir in Darmstadt auf die Straße, um die Errungenschaften und Kämpfe von FLTI* zu feiern. Wir tun dies in einem weltweiten Zusammenhang, am 8. März ist keine FLTI* alleine auf der Straße! Solidarisch werden wir uns gegen Sexismus und Gewalt an FLTI* stellen. Auch davon, dass Feminist*innen gegenwärtig mit Vergewaltigungs- und Morddrohungen überschüttet werden, lassen wir uns nicht davon abhalten, gegen den erstarkenden konservativen und rechten Diskurs für unsere Rechte einzutreten.

2018 wollen wir die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219 erkämpfen. 2018 wollen wir für das Selbstbestimmungsrecht über das eigene Geschlecht, den eigenen Körper und die eigene Sexualität einstehen.

Wir sind in Gedanken bei unseren mutigen Freund*innen in Afrin/Kurdistan: Jin, Jiyan, Azadi!

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/1998407677084847/

 

Queerfeministische Bibliothek
Freitag 9.3. | 11-14:00
Ort: Raum_in,  Oetinger Villa
Veranstalter*in: Bündnis feministischer Kampftag

Die queerfeministische Bibliothek in Raum_in öffnet ihre Pforten zum lesen. Wir haben insgesamt ca. 700 Bücher rund ums Thema Queerfeminismus. Vor kurzem konnten wir dank der Hilfe des h_da AStA’s 25 neue queerfeministische Bücher besorgen.

Kommt einfach vorbei und schaut euch die Bücher an. Wir haben warme Decken und auch was zum trinken da, damit ihr gemütlich lesen könnt.

Feste Öffnungszeit: Jeden Freitag zwischen 11 und 14 Uhr.  Je nach Motivation kann die Bibliothek auch länger als 14 Uhr geöffnet bleiben.

 

Salongespräch. Zwei Feministinnen. Zwei Generationen. Ein Gespräch.
Samstag, 10.03. | 18 Uhr
Ort: zucker

2018 tun sich gleich zwei feministischen Jubiläen hervor: 100 Jahre Frauen*Wahlrecht und 50 Jahre Tomatenwurf im SDS. Feministi*innen haben damals ganz schön Rabatz gemacht und radikal für ein besseres Leben gekämpft.

Gleichzeitig stehen 2018 feministische Kämpfe auf der politischen Agenda. Die Änderung des Personenstandgesetzes, die Abschaffung der sogenannten Abtreibungsparagrafen 218 und 219 für die körperliche Selbstbestimmung und nach wie vor die Abwehr des völkisch-nationalistischen Antifeminismus.

Im Gespräch zwischen Christiana Klose und einer Aktivistin der Interventionistischen Linken werdendie vergangen femisitischen Kämpfe genauer betrachtet und Forderungen, Errungenschaften und Aktionsformen gemeinsam im Hinblick auf die anstehenden Kämpfe diskutiert.

Christiana Klose war beim Tomatenwurf 1968 auf der SDS-Deligiertenversammlung in Frankfurt a.M. dabei und hat sich als politische Aktive und auch wissenschaftlich mit den Frauenbewegungen des letzten Jahrhunderts beschäftigt.

Facebook-Event:  https://www.facebook.com/events/392968681127920/

 

SchwarzRund queere Lesung und Performance
Sonntag 11.3. | 18 Uhr

Ort: Glaskasten H-da (Barrierefrei)
Veranstalter*in: Bündnis feministischer Kampftag

„Biskaya“ ist ein afropolitaner Roman über das Leben von Schwarzen
Menschen in Berlin. Die dreißigjährige Tue ist mit drei Elternteilen
aufgewachsen und verdient heutzutage ihr Geld als Sängerin einer
deutschsprachigen Indie-Band. Doch mit den anderen Bandmitgliedern hakt es
und auch ihre WG wird Tue immer fremder, Ruhe findet sie allein bei ihrem
besten Freund Matthew. Er ist die Familie, die es in ihrem Leben seit
Jahren nicht mehr gegeben hat.

In ihrem neuen Roman vermittelt SchwarzRund ein Gefühl, wie es ist, Schwarz
zu sein in einem Land von Weißen, ohne dieses Schwarzsein mit einer
afrikanischen Region verbinden zu können.

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/333996480420515/