Audre Lorde

“It is not our differences that divide us. It is our inability to recognize, accept, and celebrate those differences.”

Audre Lorde, Jack Mitchell/Getty

Audré Lorde (1934 – 1992) wuchs in Harlem auf (vgl. Q 2, S. 2) und bezeichnete sich u.a. als Feministin, Schwarze, Frau, Lesbe, Sozialistin und Poetin (vgl. Q 1, S. 70). Bereits in ihrer Kindheit fand Audré im Rezitieren von Poesie eine Form ihre Gedanken mitzuteilen. Im Alter von ca. 12 Jahren begann sie selbst Lyrik zu schreiben (vgl. Q1, S. 22f.). „Meine Macht als Individuum und als Dichterin kommt aus dem wer ich bin. […] Mich in meiner Kunst nicht mit meinem Leben auseinandersetzen ist, als würde ich die Quelle meiner Kraft untergraben.“ (Q1, S. 29 f.), schrieb Audré in „Meine Worte werden da sein“.

In ihren Texten setzte sie sich mit Widerstand gegen Rassismus und heterosexistische patriarchale Strukturen auseinander (vgl. Q1, S. 9, S.45ff.) Den Ursprung dieser sozialen Ungleichheiten benannte sie als den Selben, „Ich habe gelernt, dass Sexismus (der Glaube und die Überzeugung, dass eine Geschlecht per se allen anderen überlegen ist und deshalb das Recht hat, alles zu beherrschen) als auch Heterosexismus (der Glaube und die Überzeugung, dass eine Form zu lieben per se anderen Formen überlegen ist und deshalb das Recht hat, alles zu beherrschen) den gleichen Ursprung haben wie Rassismus – also der Glaube und die Überzeugung, dass eine basierend auf biologischen und sozialen Unterscheidungen konstruierte Gruppe von Menschen per se allen anderen überlegen ist und deshalb das Recht hat, alles zu beherrschen.“ (Q1, S. 45f.). In „Es gibt keine Hierarchien der Unterdrückung“ betonte Audré die Wichtigkeit die Kämpfe gegen unterschiedliche Formen von sozialer Ungleichheit nicht gegeneinander auszuspielen (vgl. Q1. S. 45ff.). Ihre Texte sind hoch politisch und haben auch noch 40 Jahre nach deren Erscheinen (vgl. Q1, S.17) nicht an Aktualität verloren. So lassen sie sich etwa auf Debatten, wie jene in der die Bedürftigkeit von wohnungslosen Menschen gegen die von geflüchteten Menschen ausgespielt wird, übertragen.

Eine intersektionale Perspektive findet in allen ihren Texten Berücksichtigung. So geht zum Beispiel jeder Angriff auf Schwarze auch die lesbische Community etwas an (vgl. Q1, 45ff.). Sie erkannte das Zunehmen von Angriffen auf queere Menschen als einen wichtigen Indikator für das Aufkommen von rechter Gewalt. (vgl. Q1, S. 46f.) Für Audré war es besonders wichtig Spaltungen aufgrund von unterschiedlichen Identitätsanteilen zu überwinden, Kämpfe zu verbinden und politische Bündnisse zu schaffen (vgl. Q1, S. 46f.) Sie hatte in der Frauen*- und Bürger*innenrechtsbewegung, insbesondere in Bezug auf die Anliegen Afro-deutscher Frauen*, eine wichtige Stimme und setzte sich für die Rechte homosexueller Menschen ein.

Ab dem Jahren 1984 lebte Audré in Berlin und war eine Initiatorin zur Vernetzungen von Afro-deutschen Frauen*. Dort lehrte sie auch am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität Berlin (vgl. Q1,S. 2).

Für Audré war es von besonders großer Bedeutung Erfahrungen kollektiv zu teilen (vgl.Q1, S.22). Im Zuge einer Erkrankung an Brustkrebs setze sie sich in „The Center Journals“ (1980) und in „A Burst of Light“ (1988) u.a. mit ihrer Angst, aber auch der Stärke, die sie entwickelte und dem Thema Sterblichkeit auseinander (vgl. Q1, S. 34; Q2, S.2) Am 17. November 1992 verstarb Audré Lorde an der Krebserkrankung und war bis kurz vor ihrem Tod politisch aktiv (vgl. Q2, S. 2).

Aus Audrés empowerndem Zitat „Revolution is not a onetime Event” geht hervor das Widerstand und Revolution Kontinuität bedürfen.

Hier könnt ihr den Flyer herunterladen und Frauen*geschichte sichtbar machen:

Audre Lorde

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Quellen:
(Q1) Valiente, AnouchK Ibacka (2015): Vertrauen, Kraft und Widerstand; Kurze Texte und Reden von Audré Lorde, w_orten & meer Verlag für antidiskriminierenden Handel, Berlin.
(Q2) Fromm, Natalie; Lindemann, Torben 2012:Findbuch Nachlass Audré Lorde – Universitätsarchiv Freie Universität Berlin. Online abrufbar unter: http://www.jfki.fu-berlin.de/library/holdings/audrelorde/NL_Lorde_Findbuch_Final1.pdf
(zuletzt aufgerufen am 07.03.2018).