Hope Bridges Adams

„Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, hat das moralische Recht, die Eltern-
schaft abzulehnen. Er hat die Pflicht, sie abzulehnen, wenn das Wohl des zu erzeugenden Kindes oder von schon vorhandenen Kindern es verlangt.“

Hope Bridges Adams, Universitätsarchiv Leipzig – Universität Leipzig

Hope Bridges Adams (1855-1916) besuchte das Bedford College, eines der ersten Colleges für Frauen, und schrieb sich als Gasthörerin an der Universität Leipzig ein, weil ein Frauenstudium im Deutschen Reich zum damaligen Zeitpunkt anders nicht möglich war. Während der Vorlesungen trug sie Männer*kleidung und einen Kurzhaarschnitt um weniger aufzufallen.
1880 schloss sie in Leipzig als erste Frau in Deutschland ihr Medizinstudium mit einem Staatsexamen ab. Der Abschluss in Leipzig wurde jedoch offiziell nicht anerkannt. Daraufhin wurde sie in Bern promoviert, und 1881 wurde ihr in Dublin die britische Approbation erteilt. 1891 eröffnete sie nach einer Tuberkuloseerkrankung mit ihrem Mann ein modernes Lungensanatorium im Schwarzwald. 1895 wurde ihre Ehe geschieden. 1896 eröffnete sie mit ihrem zweiten Mann eine Praxis in der Münchner Maxvorstadt. Erst 1904 erhielt sie nachträglich durch Bundesratsbeschluss die Approbation und die Berechtigung zur Führung des Doktortitels.

Hope Bridges Adams engagierte sich als Friedensaktivistin und trat für die Gleichberechtigung der Frauen ein. Sie pflegte dabei Kontakte zu unter anderem Lenin und August Bebel sowie zur Münchner Frauenbewegung um Anita Augspurg und Lida Heymann und hatte ein enges freundschaftliches Verhältnis zu Clara Zetkin. Ihre wichtigste Schrift war das 1896 veröffentlichte Werk „Das Frauenbuch”. Ein ärztlicher Ratgeber für die Frau in der Familie und bei Frauenkrankheiten. In zwei Bänden trifft sie grundlegende, zu ihrer Zeit wegweisende Aussagen über die Gesundheitsfürsorge für Frauen und vermittelt medizinisches Grundwissen an Frauen, um deren allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern. Ihre Veröffentlichungen enthielten Ratschläge für eine gesündere Lebensführung mit Themen wie Bewegung an der frischen Luft, Hygiene, sexuelle Aufklärung und Verhütungsmethoden.
Sie sprach sich auch gegen das Tragen von Korsetts aus.

Hope Bridges Adams entwickelte Konzepte zum gleichberechtigten Zusammenleben von Mann und Frau und richtete sich auch selbst danach.

Hier könnt ihr den Flyer herunterladen und Frauen*geschichte sichtbar machen:

Hope Bridges Adams

<< zurück zu allen Biographien