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Hast Du Dich auch schon mal gefragt, warum das Wort „Mädchen“ manchmal als Beleidigung verwendet wird? Oder warum als Reaktion auf sexualisierte Gewalt1 über vermeintlich „sichere Herkunftsländer“ diskutiert wird? Warum manche Menschen eine feministische Weltverschwörung wittern, wenn ihre Kinder lernen sollen, dass es mehr Lebensformen gibt, als die heterosexuelle Kleinfamilie? Weshalb Pflege- und Sorgearbeit, statt gerechter unter den Geschlechtern aufgeteilt zu werden, immer häufiger von migrantischen Frauen*2 übernommen wird? Oder warum eine Frau*, die sexualisierte Gewalt anzeigt, am Ende selbst für diese Anzeige verurteilt wird?

Wir stellen uns diese und weitere Fragen jeden Tag. Lange bevor sexualisierte Gewalt öffentlich Thema wurde, weil sie vermeintlich „fremden“ Personen zugeschrieben werden konnte, wussten wir, dass „Nein“ immer „Nein“ heißt – egal, welche Staatsangehörigkeit der Täter*3 hat! Patriarchale und (hetero)sexistische Strukturen sind tief in all unseren Gesellschaften verankert. Auch Rassismus ist kein alleiniges Phänomen von Pegida und AfD. Vielmehr handelt es sich dabei um eine nie überwundene Grundstruktur unserer Gesellschaft, die in den letzten Jahren wieder deutlicher zum Vorschein tritt.

In Zeiten, in denen uns christliche FundamentalistInnen4, Neurechte und Konservative das Recht auf Abtreibung nehmen wollen und sich gegen queere Lebensformen stellen, Frauen* vorschreiben, wie sich diese (nicht) zu kleiden haben und sexualisierte Gewalt von Außen betrachtet wird, lautet unsere Antwort weiterhin: Feminism unlimited.

Gemeinsam wollen wir feministische und antirassistische Inhalte öffentlich sichtbarer machen – auch als Strategie gegen die Neue Rechte. Wir debattieren miteinander und halten Widersprüche aus. Wir sprechen nicht mit einer Stimme, aber teilen uns diese Plattform.

Feminism unlimited ist unsere Antwort auf rassistische Vereinnahmung und antifeministische Hetze.

Wir organisieren Podiumsdiskussionen, Vorträge und Demos. Wir schreiben Texte, lesen Bücher, wir diskutieren miteinander. Wir geben Interviews, schneiden Videos und filmen Aktionen. Hier teilen wir unseren Aktivismus und unsere Perspektiven auf das, was um uns herum geschieht und wollen es so möglichst vielen Menschen zugänglich machen.

Es ist uns wichtig Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen – für uns und für die, die sich in der aktuellen Situation fragen, was sie denn überhaupt tun können.

Und wir laden dazu ein, euch mit all euren Ideen zu beteiligen!

Anmerkungen

  1. Wir sprechen von ’sexualisierter Gewalt‘, da dieser Begriff im Gegensatz zu ’sexueller Gewalt‘ keine sexuelle Handlung voraussetzt, sondern bereits dort beginnt, wo Gewalt sexuell konnotiert ist.
  2. Zur Vermeidung cis-geschlechtlicher und sexistischer Diskriminierung verwenden wir für Personen die *-Schreibweise. Das „*“ dient dabei als Platzhalter für jede Art der geschlechtlichen Selbstbezeichnung und kritisiert zugleich das Konzept der Zweigeschlechtlichkeit. Mit der Bezeichnung ‘cis’ sind Personen gemeint, die sich mit dem ihnen bei der Geburt zugeordneten Geschlecht identifizieren.
  3. Den Begriff „Täter*” im Kontext sexualisierter Gewalt schreiben wir bewusst im generischen Maskulinum, da diese Gewalt in überwiegendem Maße von männlich sozialisierten Personen ausgeht und mit dieser Sozialisation in Verbindung steht. Das angefügte „*“ soll jedoch darauf hinweisen, dass es sich auch bei Männlichkeit um eine konstruierte Norm (mit realer Wirkmächtigkeit) handelt.
  4. Christliche FundamentalistInnen, Neurechte und Konservative gendern wir nicht mit „*“, da Geschlechtsidentitäten außerhalb der zweigeschlechtlichen Norm in ihrer Weltsicht keinen Platz haben.